Die Strecke vom Flughafen Mohammed V nach Fès ist mit 290 Kilometern und rund dreieinhalb Stunden reiner Autobahnfahrt die längste dieser Routen – und genau hier lohnt es sich, nicht reflexartig einen Privatwagen zu buchen. Der ONCF-Bahnhof befindet sich direkt unter dem Terminal, und Fès ist einer der am besten angebundenen Knotenpunkte auf der Oststrecke. Die Bahnverbindung ist somit eine echte, unschlagbar günstige Alternative zu einem rund 200 € teuren Privattransfer.
Wichtig vorab: Marokkos Hochgeschwindigkeitszug 'Al Boraq' verkehrt ausschließlich auf der Trasse Tanger–Kenitra–Rabat–Casablanca, nicht nach Osten Richtung Fès. Es gibt hier also keinen 300-km/h-Express; Sie reisen im bewährten, klimatisierten doppelstöckigen Intercity 'Al Atlas'. Das ändert wenig am hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis: Die reguläre Bahn ist komfortabel, fährt mehrmals täglich und kostet so wenig, dass Alleinreisende kaum einen Grund haben, das Zehnfache für ein Auto zu zahlen.
Ein privater Chauffeurservice lohnt sich vor allem in ganz bestimmten Fällen: bei einer Landung am späten Abend nach dem letzten Zug, für Familien oder Gruppen, die sich die Kosten teilen, oder wenn Sie nach einem langen Interkontinentalflug keinesfalls mit Koffern auf Bahnsteigen umsteigen möchten. Prüfen Sie Ihren Flugplan, bevor Sie buchen.
Optionen vergleichen
| Ihre Optionen | Preis ab | Ideal für |
|---|---|---|
| ONCF-Zug via Casa-Voyageurs Empfohlen 4 h | €16 · 170 MAD | Alleinreisende und preisbewusste Urlauber mit Tagesankünften |
| Privater Transfer 3 h 30 | €200 · 2160 MAD | Gruppen, Familien mit Gepäck oder späte Abendankünfte |
| Grand Taxi (ab Stadt Casablanca) 4 h | €35 · 380 MAD | Budget-Reisende, die ohnehin erst in Casablanca stoppen |
Anreise & Transport
Die Bahn ist die preisliche Vernunftentscheidung und unter Berücksichtigung des Verkehrs oft kaum langsamer: Vom Flughafenbahnhof im Tiefgeschoss fahren Sie mit dem Shuttle nach Casa-Voyageurs (35–45 Minuten, ca. 60 MAD) und steigen dort am selben Bahnhof in den Intercity Richtung Fès um. Diese Züge verkehren mehrfach täglich, benötigen rund 3,5 Stunden und kosten in der 2. Klasse ca. 130–200 MAD (insgesamt also ca.
16–20 € gegenüber 200 € mit dem Pkw). Die 1. Klasse bietet für einen geringen Aufpreis feste Sitzplatzreservierungen. Mit dem Pkw geht es über rund 290 km Autobahn (A1 Richtung Rabat, dann A2 ostwärts nach Fès) in ca. 3,5 Stunden vor die Tore der Medina. Ein vorab gebuchter Privattransfer ab 200 € bietet Ihnen ein modernes Fahrzeug und einen Fahrer, der Ihren Flug verfolgt und auch bei Verspätungen verlässlich wartet.
Grands Taxis nach Fès fahren nur von Busbahnhöfen in Casablanca ab, nicht direkt am Flughafen. Für budgetbewusste Alleinreisende ist der Zug die klare Empfehlung – er bringt Sie direkt zum Hauptbahnhof von Fès am Rande der Ville Nouvelle.
Tipps für die Ankunft
Ihr Transferfahrer bringt Sie zum passenden Stadttor der Medina – meist Bab Boujloud ('Blaues Tor') im Westen oder Bab Rcif im Zentrum. Da die steilen, verwinkelten Gassen von Fès el-Bali komplett autofrei sind, schickt Ihr Riad einen Gepäckträger mit Handkarren ('Koussa') an das Tor. Nennen Sie Ihrem Fahrer immer den Namen des Stadttores, nicht die Adresse des Riads: Wie in Marrakesch orientiert sich die Altstadt an Toren ('Babs') und Gassen ('Derbs').
Wenn Sie mit dem Zug ankommen, hält dieser am Bahnhof Fès-Ville in der Neustadt; von dort nehmen Sie ein rotes Petit Taxi (ca. 15–20 MAD) in 10 Minuten zu den Medinatore. Speichern Sie den Namen Ihres Riads, das nächstgelegene Tor und die Telefonnummer der Unterkunft vorab offline ab, da das Handynetz innerhalb der dicken Lehmmauern oft abreißt. Informieren Sie das Riad unbedingt über Ihre ungefähre Ankunftszeit, damit der Gepäckträger pünktlich am Tor auf Sie wartet – die Orientierung in Fès el-Bali ist für Erstbesucher herausfordernd, und die Begleitung für die letzten Meter ist jeden Dirham Trinkgeld wert.
Ankunft planen
- Speichern Sie vor dem Abflug den Namen Ihres Riads, das nächstgelegene Stadttor (Bab Boujloud oder Bab Rcif) und die Telefonnummer offline ab.
- Entscheiden Sie sich anhand Ihrer Landezeit für Bahn oder Pkw – Tagesankünfte sprechen für den Zug, späte Abende für den Transfer.
- Heben Sie in der Ankunftshalle 500–1.000 MAD am Geldautomaten ab und aktivieren Sie Ihre eSIM (das Medinanetz ist oft schwach).
- Für die Bahn: Gehen Sie ins Tiefgeschoss zum ONCF-Schalter und kaufen Sie ein Durchgangsticket nach Fès via Casa-Voyageurs.
- Nennen Sie Ihrem Fahrer oder Taxifahrer am Ziel das genaue Stadttor und lassen Sie Ihr Gepäck vom Riad-Träger durch die Gassen transportieren.
Einen 200-€-Transfer zu buchen unter der Annahme, der Zug sei kompliziert oder langsam. Die ONCF-Verbindung via Casa-Voyageurs benötigt inklusive Umstieg kaum mehr Zeit als das Auto, kostet weniger als ein Zehntel und erspart Ihnen dreieinhalb Stunden monotone Autobahnfahrt – das Privatauto ist eine reine Komfort- und Zeitplanentscheidung, kein Muss.
Gleichen Sie den ONCF-Fahrplan vorab mit Ihrer Landezeit ab: Wer vormittags oder am frühen Nachmittag landet, hat reichlich Puffer für entspannte Bahnanschlüsse. Landen Sie hingegen erst nach 18:00 Uhr, erreichen Sie unter Umständen den letzten sinnvollen Anschlusszug nach Fès nicht mehr – genau in diesem Zeitfenster verwandelt sich der private Direkttransfer von einem Luxus in die einzig stressfreie Rettung.
Gut zu wissen: Der ONCF-Zug via Casa-Voyageurs ist deutlich günstiger; ein Privattransfer lohnt sich vor allem bei Spätankünften oder für Familien und Gruppen.