Ifrane bietet die wohl ungewöhnlichste 75-minütige Fahrt im Umland von Fès. Die Straße verlässt die Ebene von Saïss und schraubt sich stetig in den Mittleren Atlas hinauf. Mit jedem Höhenmeter wandelt sich die Landschaft: Karge Steppen weichen dichten Zedernwäldern, das Thermometer fällt alle paar hundert Meter um ein Grad, und plötzlich erreicht man eine Kleinstadt mit steilen roten Ziegeldächern, akkurat gestutzten Rasenflächen und einem steinernen Löwenmonument, das direkt einer Schweizer Ansichtskarte entsprungen scheint.
Als Bergkurort während des französischen Protektorats erbaut, ist Ifrane heute die Sommerfrische wohlhabender Marokkaner – und im Winter das Tor zum nahegelegenen Skigebiet Michlifen. Die herausgeputzten Alleen sind kurios, doch der eigentliche Höhepunkt liegt wenige Kilometer vor der Stadt: Im uralten Zedernwald oberhalb von Azrou leben Horden wilder Berberaffen – Marokkos einzige einheimische Primatenart und streng geschützt –, die sich direkt am Straßenrand zwischen den ältesten Riesen-Zedern Nordafrikas tummeln.
Die Kombination aus frischer Bergluft, verwunschenem Wald und alpinem Städtchen macht diese Tour zu einem der abwechslungsreichsten Halbtagesausflüge ab Fès, erreichbar über hervorragend asphaltierte Bergstraßen.
Optionen vergleichen
| Ihre Optionen | Preis ab | Ideal für |
|---|---|---|
| Privater Transfer Empfohlen 1 h 15 | €55 · 590 MAD | Haus-zu-Haus-Komfort inklusive Stopp im Zedernwald |
| Grand Taxi (Sammeltaxi) 1 h 15 | €5 · 50 MAD | Sparfüchse, die direkt in den Ort wollen |
| Mietwagen 1 h 15 | €35 · 380 MAD | Selbstfahrer zur flexiblen Erkundung des Mittleren Atlas |
Anreise & Transport
Ein privater Transfer ab etwa 55 € pro Fahrzeug ist die mit Abstand komfortabelste Wahl für den Anstieg – und die einzige Option, die Ihnen einen entspannten Zwischenstopp im Zedernwald bei den Berberaffen ermöglicht. Grand Taxis bedienen die Strecke Fès–Ifrane für Einheimische zu Preisen von rund 35–50 MAD pro Sitzplatz; allerdings starten sie in Fès Stadt (nicht am Flughafen), fahren erst bei sechs Passagieren los und halten unterwegs weder für Fotos noch für Waldspaziergänge an.
Einen Zug gibt es nicht: Das Netz der staatlichen ONCF reicht nicht in den Mittleren Atlas; entsprechende Angebote sind schlicht falsch. Reisebusse von CTM oder Supratours verbinden Fès mit Ifrane für etwa 35–45 MAD – praktisch für Rucksackreisende mit Übernachtung, allerdings fahren auch sie nur von den zentralen Busbahnhöfen in Fès ab und bieten keinen Halt im Wald. Ein Mietwagen ist eine gute Alternative, wenn Sie serpentinensicher fahren: Mietwagen kosten 30–40 € pro Tag, die Straße ist durchgehend bestens asphaltiert und Sie können bei den Zedern von Azrou oder der berühmten uralten „Gouraud-Zeder“ so lange verweilen, wie Sie möchten.
Für die meisten Reisenden bleibt der private Chauffeur der Favorit: Er bietet stressfreien Haus-zu-Haus-Service und wartet geduldig bei den Affen. Erwähnen Sie den gewünschten Azrou-Stopp einfach bei der Buchung – fast alle Fahrer kalkulieren diese wenigen Extraminuten ohne nennenswerten Aufpreis ein.
Tipps für die Ankunft
Ifrane ist übersichtlich, gepflegt und autofreundlich: Autos erreichen jedes Hotel direkt, sodass die Ankunft denkbar unkompliziert ist – meist hält der Wagen direkt an Ihrer Unterkunft nahe dem Stadtpark und der Löwenstatue oder an einem der größeren Hotels an der Straße nach Azrou. Hier gibt es keine verwinkelte Medina und kein Gepäckträger-System; der Ort dient eher als ruhige Basis und Ausflugsziel denn als klassische Sehenswürdigkeit.
Den Zwischenstopp bei den Berberaffen legen Sie am besten schon auf die Hinfahrt: In den kühleren Vormittagsstunden sind die Tiere deutlich aktiver als am Nachmittag. Packen Sie selbst im Hochsommer eine wärmende Jacke ein: Auf über 1.600 Metern Höhe kühlt es abends empfindlich ab, und im Winter liegt hier regelmäßig Schnee. Bargeldautomaten sind im Zentrum vorhanden; halten Sie dennoch kleine Dirham-Münzen für Parkwächter am Waldrand bereit.
Wenn Sie auf eigene Faust weiter in den Süden fahren, tanken Sie spätestens in Azrou voll, da das Tankstellennetz danach dünner wird.
Ankunft planen
- Buchen Sie den Privattransfer vorab und vereinbaren Sie direkt den Halt im Zedernwald von Azrou bei den Berberaffen.
- Heben Sie am Flughafen Saïss 400–600 MAD Bargeld ab und halten Sie warme Kleidung griffbereit – beim Aufstieg sinken die Temperaturen spürbar.
- Lassen Sie den Fahrer bei der Hinfahrt im Azrou-Wald anhalten, wenn die Affenhorden in der Morgenkühle besonders aktiv sind.
- Beobachten Sie die Tiere mit sicherem Abstand und verschlossenen Taschen, bevor Sie die kurze Reststrecke nach Ifrane fahren.
- Sprechen Sie am Hotel ab, ob der Fahrer warten oder Sie später wieder abholen soll – Ifrane eignet sich ideal für Tagesausflüge oder Zwischenübernachtungen.
Das Füttern der Berberaffen im Zedernwald. Es sind Wildtiere, die zubeißen können, und verarbeitete Lebensmittel schaden ihrer Gesundheit und machen sie aggressiv. Halten Sie ein bis zwei Meter Abstand, verstauen Sie Snacks sicher im Rucksack und lassen Sie Kinder keinesfalls Futter aus der offenen Hand reichen.
Nehmen Sie selbst im Juli eine warme Fleece- oder Übergangsjacke mit ins Handgepäck. Ifrane liegt auf über 1.600 m und kühlt nach Sonnenuntergang rasant ab. Es ist der einzige Ort im weiteren Umkreis von Fès, an dem Sie mitten im Sommer eine Jacke vermissen werden – und die häufigste Packfalle für Urlauber.
Gut zu wissen: Kühler und grüner als Fès; ein Privatwagen bewältigt den Anstieg mühelos und erlaubt einen Fotostopp bei den Affen.